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Die Idee hinter der temporalen Zeit wurde bereits von den Ägyptern und den Römern entwickelt. Sie teilten die Zeit vom Sonnenaufgang zum Sonnenuntergang in 12 Tagstunden und die Zeit vom Sonnenuntergang bis zum nächsten Sonnenaufgang in 12 Nachtstunden ein. Da die Sonnenscheindauer vom Datum sowie der geografischen Position abhängt, sind im Sommer die Tagstunden länger als die Nachtstunden – und im Winter umgekehrt.
Anders als unsere modernen, gleichlangen Stunden passten sich die temporalen Stunden dem natürlichen Rhythmus von Tag und Nacht an. Sie wurden auch als „ungleiche Stunden" bezeichnet, da ihre Länge über das Jahr variierte.
Temporalstunden hatten im Alltag antiker Kulturen große Bedeutung. Während wir heute feste Tagesabläufe unabhängig von der Sonnenscheindauer kennen, richteten sich damals Aktivitäten nach der Position der Sonne und der laufenden temporalen Stunde. Die „dritte Stunde des Tages" bezeichnete immer denselben relativen Zeitpunkt innerhalb der Tageslichtperiode – unabhängig von der Jahreszeit.
Mit der Erfindung mechanischer Uhren im Mittelalter setzten sich schließlich die gleichlangen Stunden durch, da sie technisch einfacher umzusetzen waren.
Diese App nutzt moderne Webtechnologien und astronomische Berechnungen, um das antike Konzept der Temporalstunden für jeden Ort der Erde darzustellen. Die Berechnung erfolgt in Echtzeit auf Basis der SunCalc-Bibliothek für präzise Sonnenauf- und -untergangszeiten.
Weil die temporale Zeit vom Sonnenaufgang und -untergang abhängt und der Sonnenstand von der aktuellen Position abhängig ist, muss zumindest ein Standort ermittelt oder manuell vorgegeben werden.
Die dynamische Standortermittlung ist vor allem dann interessant, wenn man sich z. B. im Zug mit hoher Geschwindigkeit entlang der Breitengrade bewegt. Theoretisch könnte die temporale Zeit dann sogar rückwärts laufen – ein Phänomen, das im alten Ägypten oder Rom noch völlig unbekannt war.
Die Temporaluhr zeigt die aktuelle temporale Stunde an. Anders als bei einer normalen Uhr kann sich der Zeiger schneller oder langsamer bewegen, je nachdem ob die temporalen Stunden kürzer oder länger als 60 Minuten sind.
Die Uhr passt ihre Erscheinung automatisch an Tag und Nacht an. Am Design ist erkennbar, ob gerade temporale Tag- oder Nachtstunden angezeigt werden.
In Polarregionen, wo die Sonne zu bestimmten Jahreszeiten nicht auf- oder untergeht, sind temporale Stunden nicht definiert. In diesem Fall zeigt die App einen entsprechenden Hinweis.
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