VIRUS

"I'd like to share a revelation that I've had during my time here. It came to me when I tried to classify your species and I realized that you're not actually mammals.
Every mammal on this planet instictively develops an equilibrium with the surrounding environment. But you humans do not. You move to an area and you multiply and multiply until every natural resource is consumed. The only way you can survive is to spread to another area.
There is another organism on this planet that follows the same pattern. Do you know waht it is? A virus."
Agent Smith in "Matrix", Warner Bros., 1999

Ein Virus ist ein Programm, das andere Programme "infizieren" kann, indem es sie so modifiziert, dass diese eine (möglicherweise mutierte) Kopie von dem Programm enthalten. Das bedeutet, dass sich der Virus in die Befehlskette des ursprünglichen Programms einschleust, so dass der Versuch, dieses Programm auszuführen, gleichzeitig oder stattdessen zur Ausfüührung des Virus führt.

Computerviren sind unangenehme Zeitgenossen. Mit einem sich immer weiter ausdehnenden Internet und einer offensichtlichen Betriebssystem-Monokultur in weiten Teilen des Netzwerks stoßen Viren bei ihrer Verbreitung auf wenige Hindernisse, wobei ihnen nach dem Primärschlag die Hersteller von Antivirensoftware dicht auf den Fersen sind und sämtliche Sicherheitslücken bald erkannt und behoben werden. Die Virenprogrammierer versuchen dann ihrerseits, ihren Virus zu verbessern und das Spiel beginnt von neuem.

Dieser Wettlauf zwischen Virenprogrammierern und -gegnern ist im Grunde eine evolutionäre Entwicklung, und es stellt sich die Frage, ob hier weiterreichende Parallelen zwischen der Biologie und der Computertechnik gezogen werden dürfen. Ob durch Zufall oder nicht, das Leben auf diesem Planeten ist aus Molekülen entstanden, die es geschafft haben, sich zu reproduzieren, und ein Computervirus tut nichts anderes. Auch sind mittlerweile schon "selbstmodifizierende" Viren in Umlauf, d.h. Programme, die sich entsprechend ihrer Umgebung selbst verändern und "umschreiben" können. Werden die Viren irgendwann intelligenter als es ihre Schöpfer wollten und übernehmen dann das Internet? Oder entwickelt sich aus den Viren eine höhere digitale Lebensform, die - wenn das System die Schwelle zur Eigendynamik überschritten hat - sich in Windeseile weiterentwickelt?

Interessant dabei ist die Tatsache, dass ein digitaler Organismus, der im Internet lebt, im Grunde die Menschheit perfekt studieren könnte auf Grund der Informationsfülle, die ihm sein Lebensraum bietet. Wahrscheinlich würde er es sogar vorziehen, (noch) nicht mit uns in Kontakt zu treten, da die meisten Seiteninhalte im Netz darauf ausgerichtet sind, unbekleidete Menschen beim Absondern von Körperflüssigkeiten zu zeigen. Vertritt uns das Internet wirklich in adäquater Weise?

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