Linotype Zapfino 1 und 4 Marc Hohl, 2006 |
Typografie: die Kunst, mit Schriften so zu gestalten, dass es im Idealfall nicht auffällt – so könnte man das Thema etwas provokant angehen.
Im Gegensatz zur Kalligrafie (die natürlich Berührungspunkte mit der Typografie aufweist) geht es hier um das gedruckte Wort, und hier umspannt die Typografie ein weites Feld:
Als Mikrotypografie regelt sie die Abstände zwischen den Buchstaben, die nur bei der Schreibmaschine (und den davon abgeleiteten Monospaceschriften) exakt gleich sind. Sie beschreibt, wo die Anführungszeichen stehen müssen und dass das ß kein Großbuchstabe ist – eine Tatsache, die bei Katalogdesignern immer wieder ignoriert wird.
Die Makrotypografie beschäftigt sich dagegen mit den größeren Strukturen: den Absätzen, dem Seitenaufbau und den Seitenrändern.
Im Idealfall ist ein Text so gestaltet, dass er problemlos seinen Inhalt transportieren kann: Hervorhebungen weisen auf Besonderheiten hin, ohne das Schriftbild zu zerstören, Zeilen sind so angelegt, dass man vom Ende der einen Zeile problemlos den Anfang der anderen findet (wem ist das nicht schon beim Lesen passiert, dass man eine Zeile dreimal hintereinander gelesen hat, weil man den Anfang der nächsten verpasst hat?).
Dass der Umgang mit Buchstaben nicht nur sinnvoll, sondern auch sinnlich sein kann, soll der Schriftzug oben rechts zeigen &ndash ob man das Wortspiel interessant oder plump findet, sei jedem selbst überlassen.
Besonders erwähnenswert sind hier zwei Personen, zum einen Hans-Peter Willberg, der einige Bücher zur Typografie verfaßt hat, die zwar nicht gerade günstig, aber trotzdem uneingeschränkt empfehlens- und darüberhinaus lesenswert sind; zum anderen Herrmann Zapf, der unter anderem die Zapf Dingbats, die Palatino, die Optima und die oben verwendete Zapfino gestaltet hat und in einer Person die Quintessenz eines Kalligrafen, eines Schriftgestalters und eines Typografen vereint.