RÖMISCHE VIER

... oder sind es etwa: vier alle?
Otto Waalkes

Wieso wird auf den Ziffernblättern der meisten Uhren IIII statt IV geschrieben? Auf der Suche nach einer Antwort bin ich bei www.fragenohneantwort.de (seltsamer Titel, denn dort stehen viele Antworten, die meisten sogar unter den dazu passenden Fragen) fündig geworden.

Die historische Begründung besagt, dass ursprünglich die additive Bezeichnung der Zahlen vorherrschend war, ähnlich wie beim Zählen mit Strichen, bei denen vier senkrechte Striche geschrieben werden und bei der Fünf der Querstrich folgt. Erst im 13. Jahrhundert kam die subtraktive Bezeichnung IV ("eins vor fünf"), die sich bei den Römern nie durchsetzen konnte, weil I und V im Lateinischen für J und U stehen und somit den Anfangsbuchstaben des Gottes Jupiter entsprechen, was für die Römer Blasphemie gewesen wäre.
(Für mich stellt sich aber dann die Frage, ob es im 13. Jahrhundert schon Uhren mit Ziffernblättern gegeben hat ...)

Die optische Erklärung lautet folgendermaßen: Wenn alle 12 Stunden mit Zahlen versehen sind, dann hat das römische Ziffernblatt ein optisches Übergewicht auf der linken Seite mit den großen Zahlen VII, VIII, IX und XI. Um ein Gegengewicht zu schaffen, wurde die römische Vier statt in der Form IV mit vier einzelnen Strichen (IIII) auf das Ziffernblatt gebracht. Da die IIII von oben und unten gleichermaßen lesbar ist, sind somit Verwechslungen mit der VI ausgeschlossen.

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