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Computer sind Hilfsmittel, die Probleme lösen, die wir ohne sie nicht hätten.
(Quelle unbekannt) |
Naja, diesem Zitat möchte ich mich nicht unbedingt anschließen, obwohl schon was dran ist.
Meine ersten Erfahrungen mit Computern begannen Mitte der achziger Jahre des vorigen Jahrhunderts mit dem C64 von Commodore, der seinen Namen den 64kByte Hauptspeicher verdankte (es gab auch einen C128, aber der war den meisten zu teuer). Dynamische Speicherverwaltung gab es damals noch nicht, so dass die ganze Sache recht überschaubar war: eine Speicherstelle war für die Bildschirmhintergrundfarbe zuständig, in der anderen war die aktuelle Cursorposition usw. Damals habe ich fast jeden Sonntag bei einem Freund verbracht, um die Geheimnisse dieser Kiste zu ergründen - einen eigenen Computer hatte ich noch nicht.
Das änderte sich mit dem Amiga 2000, den ich einige Zeit darauf bekam. Das Teil war damals das Flagschiff der Amiga-Reihe (es gab den 500er, den 1000er und den 2000er) mit sage und schreibe 7 MHz Taktfrequenz und 1 (einem!) MB Hauptspeicher. Die Disketten hatten damals 880kB Kapazität, so dass eine Diskette locker in den Hauptspeicher passte. Dieses Gerät war ein Traum: grafische Benutzeroberfläche (also sowas wie Wind*ws), 4096 Farben (zu einer Zeit, als die ersten PCs mit 4 oder 16 Quietschfarben rumdümpelten und trotzdem unbezahlbar waren), vierstimmiger Sound in 8bit-Qualität (PCs konnten nur piepsen)... Festplatten waren damals erst im Kommen, sodass die grafische Oberfläche (damals Workbench genannt) auf jede Diskette geschrieben werden musste, was damals noch problemlos möglich war, denn dafür waren nur knapp 100k notwendig (unter Wind*ws oder Linux braucht man heutzutage locker das tausendfache!). Ein richtiger Luxus war eine 20MB-Festplatte, da mußte man bei Spielen, die dann schon zwei oder drei Disketten brauchten, nicht mehr Disketten zu wechseln, was unterm Spielen manchmal ganz schön nervig war.
Dann kamen die PCs, die eigentlich ein Rückschritt waren, aber im Laufe der Jahre dann von der Technik her den Amiga langsam überholten. Nachdem ich mit Wind*ws genügend Erfahrungen gesammelt hatte, lernte ich 1994 mit Linux eine Alternative kennen, die aufzeigte, dass Systemabstürze eigentlich nicht zwangsläfig in der Natur eines Computers liegen.
Mittlerweile (Stand: Ende 2003) werden Prozessoren mit über 3 GHz getaktet, haben ein halbes GB Hauptspeicher oder mehr, Festplatten im knapp dreistelligen GB-Bereich, aber an dem Prinzip, das bereits beim Amiga eingesetzt wurde, hat sich nicht viel geändert: noch immer muss man mit der Maus irgendwelche Menüs und Bilder anklicken, seltsame Fehlermeldungen enträtseln und Handbücher oder Hilfetexte am Bildschirm lesen, um dem Computer das zu entlocken, was man von ihm möchte. Und das Schlimmste daran ist, dass man immer unbewußt das Gefühl hat, dass mann irgendwie zu blöd für das Ganze sei, wenn der Computer mal wieder was ganz anderes macht, als man von ihm wollte. Jeder schimpft zwar dann über die "blöden Kisten", aber dieses dumpfe Gefühl, versagt zu haben, stellt sich trotzdem früher oder später ein.
Wofür - so frage ich mich - werden denn die technische Ressourcen, die in jedem Computer stecken, genutzt? Maus und Tastatur werden ja nach wie vor nicht 500mal schneller bedient. Was macht der Kasten in der Zeit zwischen zwei Tastenbedienungen? Schäfchen zählen? Primzahlen berechnen?
Meiner Meinung nach sollten Computer eigentlich so "intelligent" sein, dass der Benutzer sich nicht lange für eine neue Software einarbeiten muss, sondern vielmehr dem Computer sagt (und ich meine wirklich "sagen"), was er von ihm will, und im Dialog mit der Maschine wird das gewünschte Ergebnis erzeugt oder erarbeitet. Wenn das Mooresche Gesetz aber weiterhin über einen längren Zeitraum Gültigkeit hat, dann werde ich das ja vielleicht noch erleben ...